Zwischen Tradition und Transformation: Mein Nachmittag beim Waldbesitzerverband M-V 

Der Duft von frischem Holz und die Liebe zum Wald, das war der Rahmen beim diesjährigen Treffen des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.  

Nach einem Grußwort von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der die Bedeutung des Waldes für unser Bundesland unterstrich, habe ich gemeinsam mit Kollegen anderer Fraktionen auf dem Podium Platz genommen. Es war eine Diskussion, die so vielschichtig war wie der Wald selbst. 

Die Themen:  

Die Debatte war intensiv, ehrlich und fachlich fundiert. Hier sind die Kernpunkte, die wir gemeinsam beleuchtet haben: 

  • Holz als Energieträger: Ein Thema, das viele Waldbesitzer umtreibt, ist das Gebäudeenergiegesetz. Es ist schwer vermittelbar, warum Holz als nachwachsender, heimischer Rohstoff beim Heizen teilweise ausgebremst wird. Ich setze mich klar dafür ein: Holz muss als Heizmittel zugelassen bleiben, alles andere widerspricht der Vernunft und der regionalen Wertschöpfung.
  • Windkraft im Wald: Wir brauchen erneuerbare Energien, doch der Wald ist ein sensibles Ökosystem. Während alternative Energiequellen im Forst oft kritisch gesehen werden, herrschte Einigkeit, dass der Ausbau von Windkraftanlagen im Wald nur mit Augenmaß und unter strikter Berücksichtigung des Naturschutzes sowie der Interessen der Eigentümer geschehen darf.
  • Die EU-Wiederherstellungsverordnung: Gut gemeint, aber praxistauglich? Die Sorge vor zu viel Bürokratie und starren Vorgaben aus Brüssel war spürbar. Wir müssen Naturschutz mit den Waldbesitzern gestalten, nicht gegen sie.
  • Wolf und Jagd: Die Rückkehr des Wolfes bleibt ein hochemotionales Thema. Hier braucht es ein aktives Bestandsmanagement, um die Balance zwischen Artenschutz und dem Schutz von Nutztieren sowie der Sicherheit im ländlichen Raum zu wahren.
  • Freizeitnutzung: Reiten im Wald. Ein vermeintlich kleines Thema mit großer Wirkung vor Ort. Viele Waldbesitzer berichten von zerstörten Wegen durch Reiter. Hier müssen wir klare Regeln finden, die Erholungssuchenden den Zugang ermöglichen, aber die Substanz des Waldes und die Arbeit der Besitzer schützen. 

 

Mein Fazit: Schutz durch Nutzung 

„Der Wald ist nicht nur unsere grüne Lunge, sondern auch Wirtschaftsraum und Heimat. Wir können ihn nur dann erfolgreich für die Zukunft wappnen, wenn wir die Waldbesitzer als Partner auf Augenhöhe begreifen.“ 

Politik darf nicht vom grünen Tisch aus entscheiden, was im Revier passiert. Ich nehme viele wertvolle Impulse mit nach Schwerin. Besonders die Botschaft, dass „Schutz durch Nutzung“ der beste Weg ist, um unsere Wälder klimaresilient und ökonomisch stabil zu halten, wird mich in den nächsten Ausschusssitzungen begleiten. 

Ein herzliches Dankeschön an den Waldbesitzerverband für die Einladung und den konstruktiven Austausch!