Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, in Grimmen auf Einladung des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie brennend das Thema Pflege den Menschen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern auf den Nägeln brennt,  insbesondere in den ländlichen Regionen und kleineren Orten. 

Für mich steht fest: Wer ein Leben lang hart gearbeitet hat, hat im Alter ein Recht auf eine würdevolle, sichere Versorgung. Und diese Versorgung muss dort stattfinden können, wo die Menschen verwurzelt sind: in ihrer vertrauten Umgebung. 

Selbstbestimmung fördern – Barrieren abbauen 

Damit ältere Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können, müssen wir die Rahmenbedingungen anpassen. Altersgerechtes Wohnen und barrierearme Umbauten dürfen kein Luxus sein, sondern gehören weiterhin konsequent gefördert. Gleichzeitig müssen wir mutig über neue Wohnformen nachdenken. Konzepte, bei denen sich verschiedene Generationen durch gemeinsames Wohnen im Alltag gegenseitig unterstützen, bieten riesige Chancen für den sozialen Zusammenhalt. 

Keine Versorgungslücken nach dem Krankenhaus 

Ein kritischer Punkt, der viele Familien belastet, ist der Übergang vom Krankenhaus zurück in die eigene Häuslichkeit. Es darf nicht passieren, dass Patientinnen und Patienten entlassen werden, ohne dass die Anschlussversorgung geklärt ist. Hierzu gibt es bereits einen klaren Landtagsbeschluss, den wir konsequent umsetzen: Die Menschen müssen enger begleitet und die Kurzzeitpflege gezielt ausgeweitet werden, um genau diese Lücken zu schließen. 

Angehörige entlasten, Fachkräfte gewinnen 

Die wichtigsten Stützen unseres Pflegesystems sind die pflegenden Angehörigen. Sie leisten Tag für Tag Unglaubliches. Es war mir ein wichtiges Anliegen, in Grimmen darüber zu sprechen, wie wir sie noch besser entlasten und unterstützen können. 

Gleichzeitig sichern wir die Pflege von morgen nur, wenn wir heute die Fachkräfte von morgen gewinnen. Um junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, halte ich Kooperationen mit Schulen zur Berufsorientierung für unverzichtbar. Wir müssen zeigen, wie sinnstiftend und modern diese Berufe sind. 

Ein solidarisches Miteinander der Generationen 

Pflege ist keine isolierte Aufgabe, sie betrifft die gesamte Gesellschaft. Wenn wir Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zusammenbringen und gemeinsame Aktivitäten fördern, schaffen wir ein generationenübergreifendes Miteinander, von dem alle Seiten profitieren. 

Ich nehme viele wertvolle Impulse aus Grimmen mit nach Schwerin. Für starke Familien, für gute Pflege auf dem Land und für ein solidarisches Miteinander über Generationen hinweg!